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Behandlungskonzept

Ihr Therapiebegleiter

Therapeutische Übungen während des stationären Aufenthalts

Während der Therapie ist es für manche Patienten ganz wesentlich, bestimmte Selbsterfahrungen durch therapeutische Übungen zu machen. Diese Übungen haben den Sinn, nicht nur über Gefühle zu reden, sondern diese direkt zu erleben und mit Verhaltensänderungen ‘zu experimentieren’. Die Idee dieser Übungen basiert auf der Erkenntnis, dass wir uns häufig Vorstellungen machen, wie etwas wohl sein könnte, uns an die Durchführung in der Realität aber nicht ‘herantrauen’. Wichtig ist es deshalb, bestimmte Dinge zu tun und nicht darüber zu philosophieren, wie es wohl wäre, wenn...

‘Probieren geht über studieren’.

Mit einigen der wichtigsten Übungen unserer Therapie möchten wir Sie im Folgenden bekannt machen:

Angstexpositionstraining

Gerade für Patienten mit Angststörungen ist es sehr wichtig, sich ihren Angstsituationen zu stellen. Dadurch dass wir Ängsten ausweichen, verstärken wir diese. Deshalb wird für diese Patienten im Rahmen der Therapie eine sogenannte ‘Angsthierarchie’ erstellt, wo bestimmte angstbesetzte Situationen aufgeführt werden. Diese Angstsituationen werden von den Patienten während der Therapie gezielt aufgesucht. Es kann sein, dass Sie vor vielen Patienten eine Rede halten müssen, oder eine Bergtour, oder Wildwasserfahrt, oder Bergschluchtenklettern oder eine Gondelfahrt oder ähnliches absolvieren. Es geht dabei nicht darum, dass Sie nach der Therapie gelernt haben, Gondel zu fahren, sondern wesentliches Ziel ist es, dass Sie lernen, sich auf Angstsituationen zu zu bewegen, und nicht davor wegzulaufen. Unser Leitthema für diese Übung ist: „Hinein in die Angst“.

Eine der wenigen Möglichkeiten die Angst zu besiegen ist, sie aufzusuchen und zu erleben, wie sie mit Erfolg bewältigt werden kann. Dieses Erleben ist wichtig für das Selbstvertrauen und kann wichtiger sein als alles ‘Theoretisieren’ im Gespräch. Nutzen Sie bitte die Gelegenheit der stationären Therapie, sich wieder in die Angst hineinzubegeben und ihr nicht mehr auszuweichen. Sie werden erleben, dass Sie stärker sind als Sie denken.

Schweige- oder Inaktivitätstage

Viele Menschen aktivieren oder reden sich von ihren Gefühlen weg. Wer viel tut oder viel redet kann wenig fühlen. Für solche Patienten führen wir sogenannte ‘Schweigetage’ oder ‘Inaktivitätstage’ durch. Dabei sollen diese Patienten beispielsweise 3 Tage lang nicht mehr reden, sondern nur noch hören, sich nicht mehr ablenken. Keine Zeitung lesen, kein Radio hören, kein Fernsehen schauen - nur noch mit sich allein sein - oder in der Gruppe zuhören. Auffallend ist oft bei dieser Übung, dass man auf viele oberflächliche Gespräche verzichten kann, wie auch das Gefühl, durch diese Art ‘innerer Meditation’ häufig wieder Kontakt zu sich selbst zu finden. Vielleicht geben Sie sich einmal Gelegenheit, zu schauen, welche Gefühle Sie bei dieser Übung wieder entdecken.

Bei den Inaktivitätstagen bitten wir Sie, einen Tag lang nur in Ihrem Zimmer in Ihrem Sessel zu sitzen und nichts anderes zu tun, als aus dem Fenster zu schauen. Der Sinn liegt darin, einmal zu erfahren, was passiert, wenn Sie sich nicht mit irgendwelchen Aktivitäten ablenken können. Dies ist eine gute Übung für Patienten, die immer aktiv sein müssen, immer arbeiten müssen und das Gefühl haben, nicht mehr abschalten zu können.

Hilflosigkeitsstunden

Diese Übung ist besonders für Patienten geeignet, die immer sehr stark tun und die einen wesentlichen Teil ihres Lebens damit verbringen, ständig für andere da zu sein und ‘zu helfen’. Diesen Menschen fällt es in der Regel sehr viel leichter zu geben als etwas anzunehmen. Hier ist es sehr wichtig, einmal die Erfahrung zu machen, wie es ist, wenn ich Hilfe annehme, nicht immer gebe, sondern empfange. Häufig wird dabei die Erfahrung gemacht, dass es auch einmal sehr schön sein kann, andere etwas für sich tun zu lassen, statt immer selbst dominant und aktiv zu sein.

Unsoziale Stunden

Diese Übung wiederum ist für Patienten gedacht, die viel Wert darauf legen, „allen zu gefallen“. Diese Personen verbrauchen viel Substanz damit, es allen recht zu machen, wollen auf keinen Fall anecken, keine Kritik hören und sind immer sehr bemüht. In diesem Fall kann es sehr wichtig sein, einmal zu erfahren wie es ist, wenn Sie für einige Stunden ‘unbeliebt’ sind. Diese Übung soll vor allen Dingen dazu dienen, dass Sie erfahren, dass Sie auch mit Spannungen leben können, dass Sie konfliktfähig sind und dass Sie sich auch evtl. auseinandersetzen können.

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